Geschichte

Die Geschichte des "alten" und "neuen" Schottenrings.

Im Jahre 1925 wurde in Schotten der “Vogelsberger Automobil- und Motorradclub” gegründet und bereits am 12. September 1925 wurde das erste Rennen „Rund um Schotten“ gestartet. Die Länge der Sehr anspruchsvollen Strecke betrug 16,08 km und führte von Schotten durch die Dörfer Rudingshain und Götzen wieder nach Schotten. Bis 1937 wurden ausschließlich Motorradrennen, 1938 auch ein Sportwagenrennen gefahren.

 

1947 zog es 90.000 Zuschauer zum ersten Motorradrennen nach dem Krieg in den Vogelsberg. Von 1948 bis 1950 starteten auch wieder Renn- und Sportwagen. Karl Kling, Schorsch Meier, Huschke von Hanstein und weitere bekannte Fahrer der damaligen Zeit fanden sich unter den Fahrern. Bei den Motorradfahrern trugen sich Fahrer wie Schorsch Meier, Walter Zeller, Heiner Fleischmann, Wilhelm Noll / Fritz Cron, Werner Haas, H.P. Müller und viele mehr in die Siegerlisten ein. Dem Tagesschnellsten wurde der Goldene Ring überreicht. 1953 erlebte der Club das größte Ereignis seiner Geschichte. Er durfte den Großen Preis von Deutschland für Motorräder austragen, der zur Motorrad- Weltmeisterschaft zählte. Trotz eines Fahrerstreikes der sich wohl gegen schwierige und damit gefährliche Strassenkurs richtete, wurden die kleinen Klassen als Weltmeisterschaftsläufe ausgetragen.

1955, nach dem schweren Unglück in Le Mans, bei dem 83 Zuschauer den Tod fanden, kam es zur Krise im Motorsport, so dass in diesem Jahr das letzte Rennen „Rund um Schotten“ durchgeführt wurde.

Es sollte bis zum Jahr 1968 dauern, bis der Verein mit einem neuen Vorstand wieder sportlich aktiv wurde. Von 1968 bis 1983 fanden auf dem Schottenring Motorrad- Zuverlässigkeitsfahrten und Rallyes statt. Auf einer Teilstrecke wurden Bergrennen veranstaltet, die nochmals viele tausend Zuschauer in den Vogelsberg lockten. 1983 kam das aus für diese Veranstaltung.
Man war bemüht, einen Grand Prix Kurs zu errichten, es kam auch zu einem positiven Kabinettsbeschluss, der später wieder zurückgezogen wurde. Heute präsentiert sich der alte Schottenring als touristisch interessante Strasse im Vogelsberg und nur noch wenige markante Punkte erinnern an die ehemals große Vergangenheit.
Viele Versuche wurden unternommen um den Club am Leben zu halten, so wurden auf den badischen Hockenheimring in Verbindung  mit dem ADAC Hessen Motorrad- Zuverlässigkeitsfahrten durchgeführt. Ein weiterer Höhepunkt in unserem Vereinsleben war ein Langstrecken- Weltmeisterschaftslauf 1986 auf dem Hockenheimring, der im Rahmenprogramm Deutsche Meisterschaft in den Klassen 125 ccm, 250 ccm und 350 ccm hatte. Mit dabei Toni Mang, Reinhold Roth und Harald Eckl. Leider wurde aus dieser Veranstaltung ein nur einmaliges Gastspiel am Hockenheimring. Es fand sich kein Veranstalter der diese, im Ausland so erfolgreiche Serie übernahm.

Keiner hatte noch die Hoffnung das es in oder um Schotten herum eine neue Rennstrecke geben wird, bis die Idee aufkam einen Gleichmäßigkeitslauf für Motorräder nach Schotten zu holen. Viele Varianten wurden geprüft, bis es nach vielen Gesprächen mit der Stadt, der Straßenverkehrsbehörde und den Anliegern zu dem heutigen 1,4 km langen Stadtkurs kam. Am 19. August 1989 brummten nach vielen Jahren der Stille erstmals wieder Rennmotoren auf dem (neuen) Schottenring. Bei vielen Besuchern, aber auch Organisatoren gingen die Herzen auf, Erinnerungen an vergangene Jahre wurden wach und vielleicht kamen bei dem einen oder anderen ein Paar Tränen vor Feude. Seit dem findet an jedem dritten Wochenende im August der Schottenring Classic Grand-Prix statt. Dies Jährt sich nun zum 19. mal und wir werden trotz vieler Auflagen und Schwierigkeiten alles daran setzen, dass es weiter geht.

Dauerausstellung über den Schottenring im Vogelsberger Heimatmuseum in Schotten

Vogelsberger Heimatmuseum
Vogelsbergstr. 95
63679 Schotten